Wissen
Verteilerplan normgerecht erstellen: Begriffe, Normen und der Weg aus dem Modell
Ein normgerechter Verteilerplan ist die aufgelöste, einpolige Übersichts-Darstellung eines Verteilers: je Abgang mit Betriebsmittelkennzeichen, Schutzorgan samt Kenndaten, RCD-Zuordnung, Kabeltyp mit Querschnitt und Klemmen, dazu Schriftfeld und Revisionsstand. Den Rahmen setzen DIN EN 61082-1 für die Dokumentation, IEC 60617 für die Schaltzeichen, EN IEC 81346 für die Kennzeichnung und DIN EN ISO 7200 für das Schriftfeld; das gebaute Erzeugnis regelt die DIN EN IEC 61439. Aus dem Revit-Modell entsteht dieser Plan heute meist in Doppelarbeit in einem zweiten Werkzeug. Modellgespeiste Wege ziehen die Stromkreisdaten aus dem Modell, erzeugen den Plan und schreiben Stromkreisnummern, Sicherungen und Kabel an die Bauteile zurück.
Das Wichtigste in Kürze
- Begriffe trennen: Die einpolige Übersicht zeigt die Struktur, der allpolige Stromlaufplan jede Ader, der Installationsplan die Lage im Grundriss, das Stromkreisverzeichnis die Tabelle je Verteiler. Selbst Fachleute fragen im elektrikforum.de nach den Unterschieden.
- Normrahmen: DIN EN 61082-1 (Dokumentation), IEC 60617 (Schaltzeichen, laut VDE VERLAG rund 1.900 Symbole), EN IEC 81346 (Referenzkennzeichnung), DIN EN IEC 61439 (das Erzeugnis Verteiler), DIN EN ISO 7200 (Schriftfeld).
- Dokumentation ist Pflicht: DIN VDE 0100-510, Abschnitt 514.5 verlangt Unterlagen zu Stromkreisen, Leitern, Kabelarten und Schutzeinrichtungen; die Rechtsgrundlagen liegen laut dem Fachbeitrag von Stefan Euler unter anderem in Paragraf 49 EnWG und Paragraf 13 NAV.
- Der verbreitete Bruch: Modell in Revit, Schema daneben; 69 von 192 Zielkunden-Profilen einer internen Auswertung nennen diese Doppelarbeit.
- Der Rückweg entscheidet: Ohne Rückübertragung von Stromkreisnummern, Sicherungen und Kabeln laufen Plan und Modell bei der ersten Änderung auseinander.
Überblick
| Punkt | Detail |
|---|---|
| Dokumenttyp | Übersicht (einpolig): aufgelöste Einlinien-Darstellung je Verteiler, ergänzt um das Stromkreisverzeichnis |
| Maßgebliche Normen | DIN EN 61082-1, IEC 60617, EN IEC 81346, DIN EN ISO 7200; DIN EN IEC 61439 fürs Erzeugnis |
| Pflichtinhalte | Stromkreise mit Verbrauchern, Leiterzahl und Querschnitt, Kabelart, Schutzeinrichtungen samt Einbauort (DIN VDE 0100-510, Abschnitt 514.5) |
| Rechtsrahmen | Dokumentationspflichten unter anderem nach Paragraf 49 EnWG und Paragraf 13 NAV (Fachbeitrag Euler) |
| Typischer Bruch | Modell in Revit, Schema separat gezeichnet; 69 von 192 Zielkunden-Profilen nennen diese Doppelarbeit |
| Übergabeformate | Papier im Verteiler, mehrseitiges Vektor-PDF zur Prüfung, DXF zur Weiterbearbeitung |
| BimWired (Einordnung) | Erzeugt aus Revit-Stromkreisdaten je Verteiler eine Übersicht (einpolig) mit PDF- und DXF-Export und schreibt die Ergebnisse nach Revit zurück; Pro-Lizenz, Zugang über Warteliste |
Welcher Plan heißt wie? Die Begriffe im Überblick
Übersichtsschaltplan, Stromlaufplan, Verteilerplan, Installationsplan: vier Begriffe für vier verschiedene Dokumente, die in der Praxis ständig vermischt werden. Ein Thread im elektrikforum.de vom Dezember 2022 zeigt den Klärungsbedarf: Fachleute fragen dort, was die Planarten unterscheidet und was ein Elektroplaner nach HOAI liefern muss; brauchbare Beispiele seien online kaum zu finden. Im KNX-User-Forum sammelt ein Fragesteller für denselben Zweck Behelfe von Stromlaufplan.de über Herstellerwerkzeuge bis Excel.
| Planart | Darstellung | Zweck und typischer Inhalt | Wer ihn in der Praxis meist erstellt |
|---|---|---|---|
| Übersichtsschaltplan (Übersicht, einpolig) | Einpolig: eine Linie steht für alle Außenleiter | Struktur der Anlage: Einspeisung, Verteiler, Abgänge mit Schutzorganen und Kabeln | Elektrofachplanung |
| Stromlaufplan in aufgelöster Darstellung (allpolig) | Jeder Leiter und jedes Kontaktelement einzeln, nach Strompfaden geordnet | Wirkungsweise einzelner Schaltungen (Steuerungen, Verriegelungen, Tasterschaltungen) | Elektrofachplanung, Steuerungs- und Schaltschrankbau |
| Verteilerplan mit Stromkreisverzeichnis | Einpolige Übersicht je Verteiler plus tabellarisches Verzeichnis | Alle Abgänge eines Verteilers: Kennzeichen, Sicherung, RCD-Zuordnung, Kabel, Raum- oder Funktionstext | Elektrofachplanung, fortgeschrieben durch den Errichter |
| Installationsplan | Grundriss mit Symbolen | Lage von Auslässen, Schaltern, Leuchten und Leitungswegen für die Ausführung | Elektrofachplanung, genutzt auf der Baustelle |
| Aufbauplan (Ansicht des Verteilers) | Maßstäbliche Front- oder Innenansicht | Geometrische Anordnung der Geräte und Klemmen im Schrank | Schaltschrankbau, Hersteller der Schaltgerätekombination |
„Aufgelöst" heißt: Die Darstellung folgt den Strompfaden, nicht der geometrischen Anordnung der Geräte. Dieser Artikel behandelt die aufgelöste einpolige Übersicht je Verteiler mit Stromkreisverzeichnis, im Sprachgebrauch „Verteilerplan" oder „Verteilerschema"; was davon in welcher Leistungsphase geschuldet ist, regeln Vertrag und Leistungsbild.
Welche Normen gelten für den Verteilerplan?
Für den Verteilerplan greifen fünf Normbereiche ineinander: Dokumentationsregeln, Schaltzeichen, Referenzkennzeichnung, Schriftfeld samt Schrift und die Produktnorm für den gebauten Verteiler. Wer die Zuständigkeiten auseinanderhält, weiß, was die Zeichnung leisten muss.
| Norm | Regelt | Bedeutung für den Verteilerplan |
|---|---|---|
| DIN EN 61082-1 | Ausführung elektrotechnischer Dokumente: Dokumentarten, Darstellung, Querverweise | Grundlage für Blattaufbau und Verweise zwischen Blättern und Stromkreisen |
| IEC 60617 | Schaltzeichen; laut VDE VERLAG als Datenbank mit etwa 1.900 Symbolen gepflegt, welche die gedruckten Teile 2 bis 13 ersetzt | Zeichenvorrat für Schutzorgane, Zähler und Betriebsmittel |
| EN IEC 81346 | Referenzkennzeichnung über die Aspekte Funktion „=", Ort „+", Produkt „-"; Kennbuchstaben in Teil 2 (so der EPLAN-Blog) | Eindeutige Betriebsmittelkennzeichen im Plan, im Verteiler und im Modell |
| DIN EN IEC 61439 | Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen, also das Erzeugnis Verteiler | Betrifft Bau und Nachweise des Schranks, nicht die Planzeichnung |
| DIN EN ISO 7200 und DIN EN ISO 3098 | Schriftfeld technischer Zeichnungen und die Schrift darin (Grundregeln laut technisches-zeichnen.net; Normnachweis DIN EN ISO 3098-1:2015-06) | Einheitliches Schriftfeld mit Planstand, lesbare Beschriftung |
Die DIN EN IEC 61439 wird oft mit den Zeichnungsnormen vermengt, ist aber die Produktnorm für den Verteiler selbst. Laut ZVEI-Informationsblatt (Januar 2022) gilt die Reihe seit 2010, die Vorgängernorm DIN EN 60439 wurde 2012 ungültig, und die Teile 1 und 2 liegen seit Oktober 2021 als Edition 3 vor; verlangt werden Bauartnachweis und Stücknachweis, Letzterer ersetzt den früheren Stückprüfbericht (so die Erläuterung bei elektrofachkraft.de). Für die Planung heißt das: Der Verteilerplan dokumentiert die Stromkreise, die Nachweise für den gebauten Schrank führt der Schaltschrankbauer.
Was gehört in einen normgerechten Verteilerplan?
Die Mindestinhalte ergeben sich aus der Dokumentationspflicht. Nach DIN VDE 0100-510, Abschnitt 514.5 gehören zur Anlage Unterlagen, aus denen Art und Aufbau der Stromkreise hervorgehen: versorgte Verbraucher, Anzahl und Querschnitt der Leiter, Art der Kabel und Leitungen sowie die Merkmale, mit denen sich Schutz-, Trenn- und Schalteinrichtungen identifizieren und verorten lassen. Der frei zugängliche Fachbeitrag von Stefan Euler referiert diesen Katalog und nennt als rechtliche Anker unter anderem Paragraf 49 EnWG und Paragraf 13 NAV.
Ein vollständiger Verteilerplan beantwortet je Verteiler mindestens diese Punkte:
- Einspeisung und Zuleitung: Herkunft (Hausanschluss oder übergeordneter Verteiler), Kabel und Vorsicherung. Wie groß der Anschluss bemessen sein muss, klärt vorab die Leistungsbilanz nach DIN 18015-1.
- Zähl- und Messplätze: Für Wohngebäude nennt der Fachartikel „Elektroplanung in Wohngebäuden" (Zeitschrift „de", Ausgabe 12/2020) zur DIN 18015-1:2020-05 mindestens 63 A Bemessungsstrom für den Zählerplatz.
- Betriebsmittelkennzeichen je Abgang, damit Plan, Verteilerbeschriftung und Modell dasselbe Element meinen; die Systematik liefert die EN IEC 81346.
- Schutzorgane mit Kenndaten und RCD-Zuordnung: Leitungsschutzschalter mit Charakteristik und Nennstrom, RCDs mit Bemessungsdifferenzstrom und den zugeordneten Kreisen. Nach DIN VDE 0100-410:2018-10 brauchen Steckdosen-Endstromkreise bis 32 A und in Wohnungen auch Endstromkreise mit Leuchten einen RCD mit höchstens 30 mA (frei zugänglich erläutert im DKE-Normenhinweis); derselbe „de"-Fachartikel empfiehlt höchstens zwei einphasige Endstromkreise je zweipoligem und sechs je vierpoligem RCD.
- Kabel und Leitung je Abgang: Typ, Aderzahl und Querschnitt, genau die Angaben, die DIN VDE 0100-510 verlangt.
- Klemmen, Stromkreisbezeichnungen und Raumtexte: Daraus entsteht das Stromkreisverzeichnis für die Verteilertür.
- Reserve und Revisionsstand: Der „de"-Fachartikel empfiehlt 20 % Platzreserve im Stromkreisverteiler; dokumentierte Reserveabgänge machen sichtbar, wann sie aufgebraucht ist. Planstand und Revisionstabelle trägt das Schriftfeld nach DIN EN ISO 7200.
Fehlt eine dieser Angaben, ist der Plan nicht falsch, aber unvollständig; Errichter oder Prüfer müssen sie dann anderswo zusammensuchen.
Warum entsteht der Verteilerplan heute doppelt?
Der Befund aus Foren, Anbieterseiten und eigener Marktrecherche ist einhellig: Das Modell entsteht in Revit, der Verteilerplan daneben in einem zweiten Werkzeug, und beide Stände müssen von Hand synchron gehalten werden. In einer internen Auswertung von 192 Zielkunden-Profilen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (Stand August 2026) beschreiben 69 Profile dieses Muster, der am zweithäufigsten genannte Schmerzpunkt.
Die Revit-Bordmittel füllen die Lücke nicht. Mensch und Maschine dokumentiert, dass die Standardvorlagen „keine Beschriftung für elektrische Ausstattungen wie Schalter, Steckdosen und Verteilungen" enthalten und die Stromkreis-Benennung erst seit Revit 2021 konfigurierbar ist; als Verteilerdokumentation liefern die Bordmittel Panel Schedules, Tabellen nach US-Konvention. Der Rat erfahrener Anwender im Autodesk-Forum für ein Einlinienschema: mit Linien und Detailelementen zeichnen, „wie früher in AutoCAD", oder das Schema in AutoCAD anlegen und verknüpfen. Beides heißt: kein Modellbezug, keine automatische Aktualisierung.
Auch Anbieter, die von Revit leben, benennen die Lücke offen. BEEL, Spezialist für Revit-Elektroplanung mit eigenem Add-in, schreibt, dass Revit allein die Anforderungen der DIN EN 61082 nicht vollständig erfüllt und Verteilerschemata Handarbeit erfordern. Der CAE-Hersteller eXs vermarktet die bidirektionale Übergabe von Revit-Stromkreisdaten in automatische Verteilerpläne samt Rückübertragung der Sicherungskennzeichen als Schließen einer „wichtigen Lücke im BIM-Prozess". Dass um diese Lücke ein eigener Werkzeugmarkt existiert, ist der deutlichste Beleg für den Schmerz.
Die Kosten der Doppelarbeit sind qualitativ immer dieselben: Jede Umplanung muss zweimal nachgezogen werden, und ob das geschehen ist, sieht man keinem der beiden Stände an. Abweichungen fallen dort auf, wo Korrekturen am teuersten sind: in der Prüfung, auf der Baustelle, bei der Inbetriebnahme.
Wie entsteht der Verteilerplan aus dem Revit-Modell?
Ein modellgespeister Weg behandelt den Verteilerplan nicht als eigenständige Zeichnung, sondern als Sicht auf Daten. Unabhängig vom Werkzeug besteht der Rundlauf aus sieben Schritten:
- Modell qualifizieren. Leuchten, Schalter, Steckdosen und Geräte brauchen Anschlussdaten (Leistung, Spannung, Polzahl) und eine saubere Raum- und Ebenenzuordnung; wie das in Revit aufgesetzt wird, zeigt der Artikel Stromkreise in Revit planen.
- Elementdaten strukturiert auslesen, als Datensatz je Element mit Raum, Ebene und Anschlusswerten, nicht als Zeichnungsexport.
- Stromkreise bilden und Verteiler strukturieren: Gruppen nach Ebene und Nutzung, Zähler, Vorsicherungen, Reserveabgänge.
- Prüfen, bevor gezeichnet wird: Regeln wie RCD-Pflicht, Überlast und Mindestquerschnitte laufen auf den Daten; was automatisierbar ist und was Ingenieurleistung bleibt, ordnet der Artikel VDE-Prüfung in der Elektroplanung mit Revit ein.
- Plan nach Darstellungsregeln erzeugen: je Verteiler eine aufgelöste einpolige Übersicht mit Kennzeichen, Schutzorganen, Kabeln, Klemmen, Schriftfeld und Querverweisen.
- Ergebnisse zurückschreiben: Stromkreisnummern, Sicherungen und Kabeltypen wandern als Parameter an die Bauteile; erst damit stimmen Beschriftungen und Listen in Revit mit dem Plan überein.
- Änderungen wiederholen statt nachzeichnen: Bei Umplanung läuft derselbe Weg erneut, die Revisionstabelle hält den Stand fest.
Der Rückweg in Schritt 6 trennt die Zeichnung nebenher vom modellgespeisten Arbeiten; nicht zufällig bewirbt eXs genau diese Rückübertragung. Auch BimWired bildet den Rundlauf ab, mit den Revit-Befehlen „Stromkreisplan senden" und „Stromkreise übernehmen" und einem Plan-Editor im Browser.
Papier, PDF oder DXF: welches Übergabeformat wofür?
Ein Verteilerplan hat drei Leben: als Blatt im Verteiler, als Prüf- und Lieferdokument und als Datei für die Weiterbearbeitung. Jedes stellt eigene Anforderungen an das Format.
- Papier im Verteiler. Stromkreisverzeichnis an der Tür und Plan beim Schrank sind gelebte Praxis; entscheidend sind Lesbarkeit und ein eindeutiger Revisionsstand.
- Vektor-PDF für Prüfung und Lieferung. Mehrseitig und vektorbasiert bleibt es beim Zoomen scharf und der Text durchsuchbar.
- DXF für die Weiterbearbeitung. Für Schaltschrankbau und CAE-Werkzeuge zählen getrennte Layer (Rahmen, Leitungen, Symbole, Klemmen, Beschriftung) und Text, der Text bleibt, statt in Linienzüge zu zerfallen; ein Export in Millimetern im Maßstab 1:1 erspart Skalierungsrätsel.
Wer den Plan aus Daten erzeugt, bekommt alle drei Formate aus demselben Stand; wer von Hand zeichnet, pflegt drei Dateien.
So hilft BimWired
Im Stromkreis-Modul von BimWired (Pro-Lizenz) ist der Verteilerplan eine Planlieferung: je Verteiler eine aufgelöste Einlinien-Darstellung als „Übersicht (einpolig)" auf A3 quer, mit Schutzorgan, Außenleitern, Klemmen und Kabel je Abgang, Schriftfeld nach DIN EN ISO 7200, Querverweisen nach DIN EN 61082-1 und pflegbarer Revisionstabelle. Die Daten kommen per Revit-Befehl „Stromkreisplan senden" aus dem Modell (Leuchten, Schalter, Steckdosen und Elektrogeräte mit Raum, Ebene und Anschlusswerten). Im Browser strukturieren Sie Verteiler, Stromkreise, Zähler und Reservezeilen, auf Wunsch mit automatischer Aufteilung; feste Prüfungen decken Überlast, RCD-Pflicht, Mindestquerschnitte und DIN-18015-Bezüge ab. Der Rückweg ist eingebaut: „Stromkreise übernehmen" schreibt Stromkreisnummern und je Einstellung Verteiler, Funktion, Beschreibung, Sicherung, RCD, Kabel und Phasen an die Bauteile zurück; fehlende Projektparameter legt das Plugin an, ein Rückgängig-Schritt ist vorgesehen. Exportiert wird als Druck (A3), mehrseitiges Vektor-PDF und DXF je Blatt (Millimeter, 1:1, getrennte Layer, Text bleibt Text). QR-Etiketten je Verteiler verlinken auf ein öffentliches, widerrufbares Lese-Stromkreisverzeichnis ohne Personennamen und Projektdaten, optional mit Codewort. Zur Einordnung: Das Blatt ist bewusst eine Übersicht (einpolig). Es ist kein Installationsplan, keine Allpolig-Darstellung, kein Aufbauplan des Schranks und enthält keine interne Geräteverdrahtung. Der Zugang läuft derzeit über die Warteliste.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Stromlaufplan und Übersichtsschaltplan?
Ein Übersichtsschaltplan (meist einpolig) zeigt die Struktur einer Anlage: Einspeisung, Verteiler und Abgänge mit ihren Schutzorganen, wobei eine Linie für alle Leiter steht. Ein Stromlaufplan in aufgelöster, allpoliger Darstellung zeichnet jeden Leiter und jedes Kontaktelement einzeln und macht so die Wirkungsweise einer Schaltung nachvollziehbar. Für die Dokumentation eines Wohnungs- oder Etagenverteilers ist die einpolige Übersicht die übliche Form.
Was muss ein Verteilerplan mindestens enthalten?
Aus der Dokumentation müssen nach DIN VDE 0100-510 (Abschnitt 514.5) Art und Aufbau der Stromkreise hervorgehen: versorgte Verbraucher, Anzahl und Querschnitt der Leiter, Art der Kabel und Leitungen sowie Identifizierung und Einbauorte der Schutz-, Trenn- und Schalteinrichtungen (so referiert im Fachbeitrag von Stefan Euler). In der Praxis kommen Betriebsmittelkennzeichen, RCD-Zuordnung, Klemmen, Raum- oder Funktionstexte, Reserveabgänge und eine Revisionstabelle im Schriftfeld hinzu.
Gilt die DIN EN IEC 61439 für die Planzeichnung?
Nein. Die Reihe DIN EN IEC 61439 ist die Produktnorm für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen, also für den gebauten Verteiler; laut ZVEI gilt sie seit 2010, die Teile 1 und 2 liegen seit Oktober 2021 als Edition 3 vor. Sie verlangt Bauartnachweis und Stücknachweis des Herstellers (erläutert bei elektrofachkraft.de). Die Zeichnung selbst folgt den Dokumentationsnormen, allen voran der DIN EN 61082-1.
Kann Revit ohne Zusatzwerkzeug einen deutschen Verteilerplan erzeugen?
Die Bordmittel erzeugen Panel Schedules, also Verteilertabellen nach US-Konvention, und die Standardvorlagen enthalten laut Mensch und Maschine keine Beschriftungen für Schalter, Steckdosen und Verteilungen. Für ein Einlinienschema empfehlen erfahrene Anwender im Autodesk-Forum, es mit Linien und Detailelementen zu zeichnen, „wie früher in AutoCAD". Ein normgerechter deutscher Verteilerplan entsteht deshalb in der Praxis mit einem Zusatzwerkzeug oder in einem zweiten Programm.
Ersetzt die einpolige Übersicht den Aufbauplan des Verteilers?
Nein. Die Übersicht (einpolig) dokumentiert Struktur, Absicherung und Kabel der Stromkreise; der Aufbauplan zeigt die geometrische Anordnung der Geräte im Schrank und entsteht im Schaltschrankbau. Auch die interne Geräteverdrahtung gehört nicht in die Übersicht, sondern zu den Unterlagen des Herstellers der Schaltgerätekombination nach DIN EN IEC 61439.
Quellen
- BEEL: Revit Stromlaufplan. https://www.beel.de/revit/revit-stromlaufplan/ (abgerufen am 25.08.2026)
- Autodesk-Forum (Revit MEP): Electrical single line diagram. https://forums.autodesk.com/t5/revit-mep-forum/electrical-single-line-diagram/td-p/8667884 (abgerufen am 25.08.2026)
- eXs: Elektroplanung in BIM-Projekten. https://www.exs-cae.com/elektroplanung-in-bim-projekten/ (abgerufen am 25.08.2026)
- elektrikforum.de: Unterschied verschiedener Planarten. https://www.elektrikforum.de/threads/unterschied-verschiedener-planarten.41491/ (abgerufen am 25.08.2026)
- KNX-User-Forum: Verteilerplan, wie komme ich zu einem Plan für den Stromverteiler. https://knx-user-forum.de/forum/supportforen/stromlaufplan-de/1823759-verteilerplan-wie-komme-ich-zu-einem-plan-f%C3%BCr-den-stromverteiler (abgerufen am 25.08.2026)
- Mensch und Maschine: Revit MEP 2021, Benennung elektrischer Stromkreise. https://support.mum.de/help/de-de/70-revit-mep/200-revit-mep-2021-benennung-elektrischer-stromkreise (abgerufen am 25.08.2026)
- ZVEI: Informationsblatt Norm für Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen DIN EN IEC 61439 Edition 3 (PDF, Januar 2022). https://www.zvei.org/fileadmin/user_upload/Presse_und_Medien/Publikationen/2022/Januar/Neue_Informationsnbroschueren_des_Fachkreises_Niederspannung/1_Informationsblatt_NeueNorm_final_2022.pdf (abgerufen am 25.08.2026)
- elektrofachkraft.de: DIN EN 61439, Anforderungen an Niederspannungs-Schaltgerätekombinationen. https://www.elektrofachkraft.de/sicheres-arbeiten/normenreihe-din-en-61439-niederspannungs-schaltgeraetekombination (abgerufen am 25.08.2026)
- EPLAN-Blog: Normgerecht strukturieren und referenzieren nach EN IEC 81346. https://www.eplan.com/de-de/blog/software/normgerecht-strukturieren-und-referenzieren (abgerufen am 25.08.2026)
- VDE VERLAG: IEC 60617, Schaltzeichen-Datenbank (Produktseite). https://www.vde-verlag.de/iec-normen/iec-datenbanken/iec-60617-schaltzeichen.html (abgerufen am 25.08.2026)
- technisches-zeichnen.net: Schriftelemente und Schrift. https://www.technisches-zeichnen.net/technisches-zeichnen/grundkurs-01/schrift.php (abgerufen am 25.08.2026)
- DIN Media: DIN EN ISO 3098-1:2015-06 (Normnachweis). https://www.dinmedia.de/en/standard/din-en-iso-3098-1/232192579 (abgerufen am 25.08.2026)
- Stefan Euler: Dokumentation elektrischer Anlagen. Rechtssicherheit für Errichter und Betreiber (Fachbeitrag, PDF). https://expertennetzwerk-elektrotechnik.de/wp-content/uploads/2018/10/Fachbeitrag_Stefan_Euler_Dokumentation-elektrischer-Anlagen.pdf (abgerufen am 25.08.2026)
- DKE: Hinweise zum erleichterten Umgang mit DIN VDE 0100-410. https://www.dke.de/de/arbeitsfelder/core-safety/normenhinweise/konzept-0100-410 (abgerufen am 25.08.2026)
- elektro.net: Elektroplanung in Wohngebäuden (Fachartikel, Zeitschrift „de" 12/2020, Volltext-PDF). https://www.elektro.net/media/file/Kwqzk199w7/fd7e48cc/DE_12_2020_31-34_EA42neu.pdf (abgerufen am 25.08.2026)
- Interne Auswertung von 192 Zielkunden-Profilen (BimWired, Stand August 2026, unveröffentlichtes Arbeitsmaterial).
Weiterlesen
Wenn Sie den beschriebenen Rundlauf aus Stromkreisplanung, Prüfungen und Verteilerplan-Ausgabe im eigenen Büro ausprobieren möchten: Der Zugang zu BimWired läuft derzeit über eine Warteliste, Lizenzen gibt es pro Nutzer und Jahr mit 14 Tagen kostenlosem Test.
Tragen Sie sich auf der Warteliste ein; die Lizenzstufen und Preise finden Sie unter Preise und Lizenzen.