Glossar
Was ist der Spannungsfall?
Der Spannungsfall ist die Spannungsdifferenz zwischen Anfang und Ende eines Leitungsabschnitts; er entsteht am Widerstand der Leitung und wächst mit Strom, Leitungslänge und sinkendem Querschnitt. Begrenzt wird er, damit Verbrauchsmittel auch am Ende langer Leitungswege mit ausreichender Spannung arbeiten. Nach einem Fachartikel der Zeitschrift „de" zur DIN 18015-1 darf der Spannungsfall zwischen Hausanschlusskasten und Messeinrichtung gemäß Niederspannungs-Anschlussverordnung und VDE-AR-N 4100 den Wert von 0,5 % nicht überschreiten; in der übrigen Anlage bis zum Verbrauchsmittel sollte er nicht mehr als 3 % betragen.
Für Verbraucheranlagen nennt Tabelle G.52.1 der DIN VDE 0100-520:2013-06 weitere Empfehlungswerte: laut dem frei einsehbaren Frageteil eines elektro.net-Praxisproblems für Anlagentyp A (Versorgung aus dem öffentlichen Netz) 3 % bei Beleuchtung und 5 % bei anderen elektrischen Verbrauchern, für Anlagentyp B (Versorgung aus privater Einspeisung) 6 % beziehungsweise 8 %.
Ein typischer Fehler ist, Grenzwerte auf den falschen Abschnitt zu beziehen: Die 0,5 % gelten für das Hauptstromversorgungssystem, die übrigen Werte für die Anlage dahinter. Wer beides mischt, rechnet sich Reserven schön oder verschenkt Querschnitt.
In der Praxis wird der Nachweis meist stromkreisweise geführt, oft in Einzelrechnern oder Tabellen getrennt vom Modell; was sich davon im Revit-Umfeld automatisieren lässt, ordnet der unten verlinkte Artikel ein.
Weiterführend
Quellen
- Elektroplanung in Wohngebäuden, Zeitschrift „de" 12/2020 (Volltext-PDF), https://www.elektro.net/media/file/Kwqzk199w7/fd7e48cc/DE_12_2020_31-34_EA42neu.pdf (abgerufen am 25.08.2026)
- elektro.net Praxisproblem: Spannungsfall in Verbraucheranlagen nach VDE 0100-520, Tabelle G.52.1, https://www.elektro.net/praxisprobleme/spannungsfall-in-verbraucheranlagen-nach-vde-0100-520-tabelle-g-52-1/ (abgerufen am 25.08.2026)
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