Was ist eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD)?
Eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD, umgangssprachlich FI-Schalter) vergleicht ständig den in einen Stromkreis hinein- und zurückfließenden Strom und schaltet ab, sobald die Differenz ihren Bemessungsdifferenzstrom überschreitet, etwa weil Strom über einen menschlichen Körper oder eine schadhafte Isolierung abfließt. Sie dient vor allem dem Schutz von Personen gegen elektrischen Schlag. Nach dem frei zugänglichen DKE-Normenhinweis zur DIN VDE 0100-410:2018-10 sind RCDs mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA für Steckdosen in Wechselstrom-Endstromkreisen mit Bemessungsstrom bis 32 A vorgeschrieben, in Wohnungen auch für Endstromkreise mit Leuchten.
Für die Aufteilung gibt es eine Praxisregel zur Anlagenverfügbarkeit. Ein Fachartikel der Zeitschrift „de" (12/2020) zur DIN 18015-1 nennt als Obergrenze zwei einphasige Endstromkreise je zweipoligem und sechs je vierpoligem FI-Schalter. Der Grund ist einfach: Löst der RCD aus, soll nicht die halbe Wohnung dunkel werden.
Ein häufiger Fehler ist trotzdem, viele Stromkreise hinter einem einzigen RCD zu sammeln. Das spart Platz im Verteiler, koppelt aber Licht, Steckdosen und Geräte an denselben Auslösefall. Ein Leitungsschutzschalter ist dafür keine Alternative: Er schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss, ersetzt aber keinen RCD. Beide Funktionen gibt es auch kombiniert, als FI/LS-Schalter.
Der Stromkreis-Editor in BimWired prüft je Stromkreis mit festen Regeln unter anderem RCD-Pflicht, Überlast und Mindestquerschnitt (Pro-Lizenz).
Weiterführend
Quellen
- DKE: Hinweise zum erleichterten Umgang mit DIN VDE 0100-410, https://www.dke.de/de/arbeitsfelder/core-safety/normenhinweise/konzept-0100-410 (abgerufen am 25.08.2026)
- Elektroplanung in Wohngebäuden, Zeitschrift „de" 12/2020 (Volltext-PDF), https://www.elektro.net/media/file/Kwqzk199w7/fd7e48cc/DE_12_2020_31-34_EA42neu.pdf (abgerufen am 25.08.2026)
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